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16.05.17

2. Bürger-Workshop der Gemeinde Hohne

Rückblick auf 1. Bürger-Workshop

2. Bürger-Workshop in Helmerkamp

Christa Harms ging im ersten Tagesordnungspunkt auf die Diskussionsbeiträge des 1. Bürger-Workshops ein.

  • Verkehrsproblematik am Kindergarten: Hierzu hat man als Maßnahme Aushänge mit Verhaltensmaßnahmen im Kindergarten angefertigt. Ferner wurde mit den Erziehern und den Eltern direkt gesprochen. Resignierend musste man aber feststellen, dass sich die Verhältnisse beim Bringen und Abholen der Kinder nicht verbessert haben. Z. T. war der Verkehr durch falsches Parken zum Erliegen gekommen. Die Einrichtung einer Halteverbotszone an der Dorfstraße wird im Rat demnächst besprochen.
  • Die Teermaschine am Ahnsbecker Weg darf nach Rückfragen dort stehen.
  • Die gestohlene Schwelle am Ahnsbecker Weg ist ersetzt worden und kostete der Gemeinde 500 €. Scheinbar unbelehrbare Mitbürger haben Markierungskreuze an Bäumen ausgekratzt. Diese Art des Eingriffs stößt bei Verwaltung und Gemeinderat nicht auf Gegenliebe.
  • In Königsberger Straße wurde ein Schild für „Falschfahrer“ gefordert und angebracht. Das 30er Zoneschild an gleicher Stelle bleibt noch stehen, obwohl es sehr verblasst ist.
  • LED-Straßenlampen, die extrem blenden, können in ihrer Blendwirkung durch Adapter gedrosselt werden. Der Bauausschuss hat beschlossen, drei markante Punkte mit Adaptern zu bestücken. Der Umbau ist in Arbeit.

  • In Helmerkamp wiesen die Bürger auf die Gefährdungen an den Ortseingängen hin. Als Vorschläge zur Gefahrenabwehr kamen für die Helmerkämper der Bau von Bodenerhebungen und das Versetzen von Ortsschildern im Betracht. Der Bauausschuss will zunächst Geschwindigekeitsmessungen durchführen.
  • Auch den Fußgängerüberweg an der Hohner Schule mit einer Tempozone 30 zu versehen, war ein Vorschlag. Die Gefahr ist lt. Christa Harms erkannt. Die Diskussion darüber sollte aber erst im Schlussteil der Veranstaltung erfolgen.

Vortrag von Ernst Pape – Bürgerverein in Wahrenholz

Ernst Pape aus Wahrenholz berichtet vom Bürgerverein.
Erläuterung der Bauplanungen

Christa Harms begrüßt Ernst Pape aus Wahrenholz vom Bürgerverein Wahrenholz. Die Gemeinde Hohne beschäftigt sich u.a. mit dem Wohnen im Alter. Ein Bürgerverein, der die Gemeinschaft trägt, soll demnächst gegründet werden. Wie weit und mit welchen Erfahrungen ist Wahrenholz mit der Gründung ihres Bürgervereins gekommen?
Ernst Pape ist stellvertretender Bürgermeister in Wahrenholz. Mit der Frage - „Wie sind wir darauf gekommen?“ – beginnt er seinen Vortrag.
Früher hat die Großfamilie Oma mitbetreut. Da wurde die Oma zur Heuernte auch schon mal zu Hause eingeschlossen. Mit den kleineren Problemen kam man noch einige Zeit in der Familie zurecht. Häufig stellt man aber nach einem Krankenhausaufenthalt fest: Oma ist ein Pflegefall und muss ins Pflegeheim. Man hat mittlerweile in den Kommunen festgestellt, dass Krippen, Kindergärten und Schulen ausreichend vorhanden sind, aber die Alten nicht mehr alleine ohne Großfamilie zurechtkommen. „Was können wir tun?“, fragte man sich in Wahrenholz. Investoren wurden z. B. abgefragt. Für diese lohnte sich der Standort Wahrenholz aber nicht, da eine Pflegeheimeinrichtung erst mit 70 Personen rentabel wird. Man stellte fest, das andere Kommunen, wie z.B. am Kaiserstuhl ebenfalls die gleichen Probleme haben. So setzte man sich das Ziel, die Großfamilie durch die Dorfgemeinschaft zu ersetzen. Ein Generationenvertrag sollte geschlossen werden. Konkret sollte die Installierung eines Objektes geschaffen werden, dass es ermöglichte, die bedürftigen Wahrenhölzer Bürger im Ort zu belassen. Es wurde analysiert, was man als Zwischenträger, einsetzen könnte. Pflegeheime können den Bedarf der Zukunft personell gar nicht abdecken. Bis 2030, haben Zukunftsforscher ermittelt, müsste jeder dritte Schulabgänger in den Pflegebereich gehen, um den Bedarf zu decken. Wahrenholz ist deshalb überzeugt: Hier können angelernte Angehörige einspringen, damit die "Profis" weiter in Industrie und Handwerk ihren ob machen können!

Ziele und Maßnahmen wurden formuliert
1.    So lange wie möglich sollte der Bedürftige mit Nachbarunterstützung zu Hause bleiben.
2.    Ein Tagespflegemodell kann Hilfe bringen.
3.    Mit Gleichgesinnten sollten sich ältere Mitbürger zusammen tun und Altenwohngemeinschaften bilden. Hilfe im Bedarfsfall kann in einer 24 Stundenbetreuung von Mitbewohner geleistet werden.

4.    Ein Bürgerbüro wird in der Nähe eingerichtet.
5.    Es ist vorstellbar, dass eine Pflegekraft für fünf Personen eingestellt wird.
6.    Wenn es zu Hause nicht mehr geht, sollte bereits frühzeitig der Umzug in die Dorfmitte erwogen werden. Vorteil: Der Pflegedienst benötigt weniger Fahrzeit und hat mehr Zeit für die Pflege.

7.    Eine Genossenschaft oder Bürgerverein treten als Betreiber für das Haus auf. Die Kommune kann bei der Finanzierung aus diversen Töpfen helfen. Aber nach der Investition wird der Bürgerverein für Unterhaltung des Modells notwendig. Ein Beispiel für diese Verteilung der Verantwortung hat Wahrenholz bereits einmal durchlebt. Ein neues Schützenzentrum wurde von der Kommune gebaut. Dies aber nur unter der Auflage, dass der Schützenverein für die Folgekosten Verantwortung trägt. Nach diesem Vorbild hat der Gemeinderat einen Arbeitskreis gegründet, der einen Konzeptrahmen einer Bürgerversammlung vorgestellte. 200 Personen haben der Versammlung beigewohnt und über 100 Bürger wollten in den Bürgerverein eintreten. Man hatte sich Referenzen angeschaut und wurde darin bestärkt, das Projekt anzugehen.

8.    Die alte Schmiede im Ortszentrum stand glücklicherweise zum Verkauf und wurde von der Gemeinde mit 7000 qm gekauft. Die alte Schmiede hat eine gute Lage im Zentrum gegenüber dem Edekamarkt. 2015 wurde schließlich die Bürgergemeinschaft gegründet. Konzept: „Ein Leben lang in Wahrenholz wohnen!“ Im November 2016 hatte man bereits 100 Mitglieder. Die Satzung sah einen Beisitzer aus dem Gemeinderat vor.

9.    Die Arbeit konnte beginnen. U.a. empfängt eine „Drehscheibe“ Anfragen von Hilfesuchenden und ordnet sie Hilfsangeboten von Bürgern zu. Diese Arbeit wird im zu schaffenden Bürgerbüro koordiniert.
Das Personal der Post wird heute von der Gemeinde bezahlt. Hintergrund: Die Postfiliale wurde von der Post zuletzt gekündigt, weil sie an verschiedenen Standorten unwirtschaftlich wurde. Die Dorfgemeinschaft will aber die Attraktivität des Ortes erhalten z. B. durch die Postzentrale im Bürgerverein.
Mittlerweile ist auch eine Reinigungsannahme dazu gekommen. Ferner bietet man demnächst ein Internetcafe an. Ein Bürgerbusverein ist separat vor kurzem gestartet. Ziel: Wiederbelebung von Infrastruktur, die droht abzuwandern.

10.    Der Neubau für die Pflegewohngemeinschaft: Eine Million Euro für eine 8-Zimmeranlage. Das Dachgeschoss ist ausbaubar. Die Miethöhe wird bei 9 € pro Quadratmeter liegen. Geringverdiener müssen Mietzuschüsse erhalten. Die Planer durften eine Million Investitionskosten nicht überschreiten. Zuschüsse in Höhe von 730 T€ werden erwartet. Mittlerweile gibt es nur noch 500 T€. Die Begehrlichkeiten in den Kommunen werden größer und Eile ist geboten.
Der Bürgerverein selbst hat ebenfalls eine Anschubfinanzierung vom Forum in Hannover in Höhe 19 T€ erhalten.
Für die weitere Gestaltung der Dorfmitte braucht man barrierefreie Wohnungen, bevor man sich selbst Lifte und Bäder zu Hause einbaut. Vorteil: Wenn ich einziehe, will ich nicht ständig umziehen und kann später die Pflegestelle nutzen. Mit diesem Konzept hat man Investoren angelockt, die ebenfalls Zuschüsse von 35 % erwarten dürfen. Herr Pape erklärt detailliert die weitere Bauplanung.

11.    Ein Tip ist die Nutzung des Topfes Basisdienstleistung: Den Arzt direkt zu bezahlen kommt nicht in Frage, weil der Ort zu klein ist. Aber, da man im Dorferneuerungsprogramm ist, kann man den Arztpraxisbau bezuschussen lassen.
Zum Schluss bemerkt Herr Pape, dass man Wahrenholz nicht einfach auf andere Orte übertragen kann. Er empfiehlt generell sämtliche Maßnahmen individuell mit den Bürgern der Gemeinde Hohne zu planen. Es benötigt Zeit für den Anschub, weil die Bürger das Angebot nur langsam nutzen. Die Gemeinde muss immer die Hand über der Entwicklung halten. Z. B. bei der Vergebung der Wohnung an Wahrenhölzer.
Christa Harms bedankt sich bei Herrn Pape für die Ausführungen.

Herr Köhler führt aus, dass Hohne ebenfalls eine Vierzimmerwohngruppe in einem Teilbereich plant. Ein zweites Standbein sind die Einzelzimmer, die aber auch Hilfsangebote bieten. Auch ein Bürgerbüro wird vorhanden sein. Erweitert wird das Bürgerbüro durch einen größeren Raum für Veranstaltungen, Gemeinderat und Theater. Jugend will man mit einer Jugendwerkstatt mit einbeziehen. Bei uns in Hohne sind dann aber mehr Pflegeangebote nicht möglich.
Am 8. Juni will Herr Köhler dem Hohner Gemeinderat seine Vorstellung/Planungen incl. Sportangebot präsentieren.
Christa Harms geht es zunächst um die Gründung des Bürgervereins. Demnächst wird es eine Informationsveranstaltung mit Konzept und Satzung geben. Dann muss aber gegründet werden. Es wird ebenfalls noch ein „Lokführer“ benötigt, der das Projekt führt.


Information zur geplanten Teilnahme am Dorferneuerungsprogramm durch Jörg Warncke

Jörg Warncke

Herr Warncke hatte durch den Vortrag von Herrn Pape für seine Ausführungen eine Steilvorlage erhalten. Er erläutert, dass die Dorferneuerung bisher auf Gemeindeebene durchgeführt werden konnte. Dies ist heute nicht mehr möglich. Gefordert ist heute die Bildung einer Dorfregion. Somit haben sich mit den Gemeinden Hohne und Ahnsbeck vier Ortsteile zu einer Region zusammengeschlossen. Die angedachten Partnerschaften mit Ummern und Müden kamen nicht zustande. Müden hat bereits ein laufendes Dorferneuerungsprogramm und Ummern hat sich mit Groß Oesingen zusammengetan.
Derzeit befindet man sich in der Antragserstellungsphase für ein Dorferneuerungsprogramm. Umfangreiche Daten müssen hierfür zusammengetragen werden. Dazu sind zwei Treffen geplant. Bereits am 20. Juni sollen Informationen zu Inhalten des Antrages vorliegen.
Mit dem Dorferneuerungsprogramm ergeben sich Finanzierungsmöglichkeiten im öffentlichen Bereich. Z. B. sind die Außenanlagen des Sozioökonomischen Bereiches in Eldingen darüber finanziert worden. Die Außenanlagen in der angedachten Altenwohnanlage könnten z.b. in Hohne bezuschusst werden. Auch der Erhalt von typischen Ausprägungen von privaten Hofstellen ist förderungswürdig. In der Antragsstellung muss sich die Dorfregion Hohne/Ahnsbeck zwingend zu der eigenen demografischen Entwicklung äußern. Somit gibt es auch eine unausweichliche Abhängigkeit zwischen den beiden großen Projekten Dorferneuerungsprogramm und „Wohnen im Alter“ in der Gemeinde Hohne.

Herr Warncke nennt weitere Förderungsbeispiele. So können z. b. nicht behindertengerechte Gehwege bezuschusst werden. Eine Maßnahme, die in Hohne zwingend notwendig ist. Auch verschiedene bestehende Gemeindeanlagen können mit dem Dorferneuerungsprogramm „aufgehübscht“ werden.
Im Antrag muss auch erkennbar sein, dass das Dorferneuerungsprogramm nicht allein von der Verwaltung, sondern von Bürgerarbeitsgruppen getragen wird. Dazu sollen vier Arbeitsgruppen für die vier Ortsteile Ahnsbeck, Hohne, Helmerkamp und Spechtshorn zusammenstellt werden.

Angedachter Zeitplan:

  1. Abgabe des Zeitplanes bis zum 1. August 2017. Dazu wird die Unterstützung des Amtshofes in  Eicklingen in Anspruch genommen.
  2. Eine Entscheidung über eine Förderungswürdigkeit der Dorfregion Ahnsbeck/Hohne wird bis Anfang 2018 erwartet.
  3. Anschließend soll innerhalb eines Jahres der Dorfentwicklungsplan erstellt werden. Ein Schwerpunkt wird sicherlich die Aufnahme des Leitprojektes „Demografischer Wandel“ (Leben im Alter) sein.

Herr Warncke betont noch einmal, dass viel Arbeit vor uns liegt und dass die angedachten Projekte auch umgesetzt werden müssen. Ratsmitglieder und Bürger sind im Besonderen gefordert. Aber die Arbeit sollte sich lohnen.
Herr Warncke gibt noch ein paar Einblicke in die EU-Förderung. So wird z. B. die Basisdienstleistung gefördert, wenn man im Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen ist. Er weist auch darauf hin, dass die Gemeinde Hohne weiterhin im Förderprogramm Ihleregion zugehörig ist.
Auch Christa Harms betont, dass der engagierte Bürger weiterhin gefordert ist. Sie bedankt sich bei Jörg Warncke für seine umfangreichen Ausführungen.


Allgemeine Aussprache, Diskussion, Termine

Uwe Schulz hakt zum Punkt Geschwindigkeitsproblem an Ortseingängen in Helmerkamp nach: Die in Aussicht gestellte Geschwindigkeitsmesseinrichtung kommt später. Das neue Gerät, dass auch unterschiedliche Fahrzeuge erfasst, ist zwar bereits geliefert, aber die Mitarbeiterin muss noch lt. Herrn Warncke für die Einrichtung des Gerätes eingearbeitet werden.

Das Ortsschild Ortseingang Südhelmerkamp sollte auf Vorschlag von Uwe Schulz weiter außerhalb des Ortes aufgestellt werden. Herr Warncke entgegnet, dass eine Ortstafel die beginnende geschlossen Ortschaft anzeigt. Deswegen kann man das Schild nicht unbegrenzt nach vorne aufstellen.

Jörn Künzle berichtet über die Freifunkaktivitäten. Die Arbeitsgruppe kann vermelden, dass Hohne bereits acht Hotspots aktiviert hat  und fünf weitere in Vorbereitung sind.

Marina Groß geht auf die notwendige Verkehrsberuhigung an der Hohner Schule ein. Sie erinnert, dass vor 30 Jahre der Fußgängerüberweg mit der Versprechung errichtet wurde, zusätzlich eine Ampel in absehbarer Zeit zu installieren. Dies ist nicht geschehen und eigentlich ist eine Ampel oder 30er Zone aufgrund des gestiegenen Verkehrsaufkommens notwendiger denn je. Genauso sieht sie am Kindergarten einen Gefahrenpunkt.
Herr Warncke erläutert historisch, dass der Fußgängerüberweg nur durch den Einsatz von Erhard Thölke errichtet wurde. Das gemessene Verkehrsaufkommen zeigte aus Sicht der Straßenbaubehörde keinen Bedarf für diese Maßnahme. Dabei kommt es auf den querenden Verkehr an. Dieser ist an der Schule nicht sehr hoch, weil viele Kinder von den Eltern abgeholt werden oder den Bus benutzen. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass die Lotsen effektiver sind als Ampeln, weil einige Verkehrsteilnehmer Ampeln einfach ignorieren.

Roland Wegmeyer erkundigt sich nach weiteren Informationsveranstaltungen. Für Hohne gibt es eine wichtige Veranstaltung am 22.5. um 18.00 Uhr im Kreistagssaal in Celle. Thema: Regionale Raumordnungsplanung - Windkraftanlagen. Jörn Künzle befürwortet eine zusätzliche eigene Infoveranstaltung für die Gemeinde Hohne. Christa Harms pflichtet dem bei, benötigt aber noch mehr Informationen zu diesem Thema.
Zum Schluss noch die Info, dass im Trambalken auf dem Spielplatz zwei Geräte ersetzt werden.