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23.09.17

Rettungswache zieht um - Standort wird nach 20 Jahren von Wienhausen zurück nach Lachendorf verlegt

15 Minuten – länger darf ein Rettungswagen laut Gesetz nicht zum Einsatzort brauchen. 15 Minuten, die im schlimmsten Fall über Leben und Tod entscheiden. In Hohne und Spechtshorn müssen Menschen in Notsituationen oft weitere quälende Minuten warten, bis Hilfe eintrifft. Seit 1997, als die Rettungswache von Lachendorf weiter südlich nach Wienhausen verlegt wurde, wurde die gesetzliche Hilfsfrist in rund der Hälfte der Einsätze nicht erreicht. Nach 20 Jahren soll sich das nun ändern: Die Rettungswache zieht aus Wienhausen wieder zurück nach Lachendorf. Das sieht der neue Bedarfsplan für den Rettungsdienst im Landkreis Celle vor, den der Kreisausschuss noch in diesem Jahr beschließen soll.

Für Ehrhard Thölke geht damit ein langer Kampf zu Ende: „Ich freue mich, weil in einem lebenswichtigen Punkt die Versorgung hergestellt wird.“ Thölke war 35 Jahre lang Bürgermeister von Hohne und hat die Verlegung der Wache in den 1990er Jahren „von Anfang an mit Skepsis begleitet“.

Die Zahlen bestätigten Thölkes Befürchtungen: Der Rettungswagen schaffte es oft nicht in 15 Minuten von Wienhausen nach Hohne. Der sogenannte „p95-Wert“ sieht vor, dass bei 95 Prozent der Einsätze im Landkreis Celle der Einsatzort innerhalb der vorgeschriebenen 15 Minuten erreicht wird. In Hohne wurde die Vorgabe nur in 50 Prozent der Fälle erfüllt, obwohl seit einigen Jahren auch Fahrzeuge von der Rettungswache in Ahnsen (Landkreis Gifhorn) nach Hohne ausrückten. Nach dem Neubau der Rettungswache in Lachendorf wird die Kooperation eingestellt. „Man kann sich nur bedanken, dass Ahnsen so lange solidarisch war“, sagt Thölke.

Warum jetzt der Sinneswandel und die Rückverlegung der Rettungswache nach Lachendorf? „Das Oberverwaltungsgericht hat entschieden, dass die Versorgung aus dem Kreis heraus geschehen muss“, begründet der Erste Kreisrat Michael Cordioli. Auf Kooperationen wie zwischen Hohne und Ahnsen oder auch zwischen Unterlüß und Bahnsen (Landkreis Uelzen) soll somit künftig nicht mehr gesetzt werden.

Der Landkreis soll weiterhin mit fünf Rettungswachen auskommen. Zurzeit stehen Einsatzfahrzeuge in Wienhausen, Winsen, Eschede, Beckedorf und Celle. Neben der Verlegung der Wienhäuser Wache soll sich auch in Winsen und Beckedorf etwas tun. Die Winser Rettungswache soll in Südwinsen einen neuen Standort bekommen, da die jetzigen Räume nicht mehr den modernen Ansprüchen genügen. Die Beckedorfer Wache soll dank einer neuen Außenstelle in Hermannsburg den Nordkreis und insbesondere Unterlüß besser abdecken. Die Kosten pro Neubau schätzt Cordioli auf 1,1?Millionen Euro.

Wenn es nach Thölke geht, soll es nach der Entscheidung des Kreisausschusses so schnell wie möglich losgehen – schließlich geht es im Ernstfall um Menschenleben.

(Bericht Cellesche Zeitung vom 23.09.2017)