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9.11.17

Neuer Standort für "Leben im Alter"

Auch im Alter sollen Menschen in der Gemeinde Hohne ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Zuhause finden – und nicht wegziehen müssen, weil sie Haus und Garten altersbedingt nicht mehr unterhalten können. Dieses Ziel verfolgt das Projekt „Leben im Alter“, an dem seit rund viereinhalb Jahren die gleichnamige Arbeitsgruppe feilt. Nach einem Rückschlag im Frühjahr und der Bitte des Gemeinderates, nicht nur einen Neubau zu planen, prüft die Gruppe nun, ob ein Resthof in Hohnes Ortsmitte zur Wohnanlage umgestaltet werden kann.

„Die Lage in der Ortsmitte macht Sinn.“ - Jörn Künzle WGH-Ratsherr

Nachdem sich im Frühjahr dieses Jahres herausgestellt hatte, dass das ursprünglich für das Projekt vorgesehene Grundstück an der Ecke Rohrbruch/Im Saale nicht in Frage kommt wegen Überschwemmungsgefahr, hat der Gemeinderat die Arbeitsgruppe beauftragt, auch den Gebäudebestand ins Auge zu fassen und alternative Pläne zu erarbeiten.

Und die Arbeitsgruppe ist fündig geworden. Der Hohner Dieter Post, Bautechniker und Mitglied der Arbeitsgruppe, präsentierte den aktuellen Stand des Projekts am Dienstagabend im Sport-, Jugend-, Senioren- und Kulturausschuss der Gemeinde. Zusammen mit Hohnes Bürgermeisterin Christa Harms und einem Statiker hatten die Gruppenmitglieder einen Resthof in der Ortsmitte in Augenschein genommen. „Es ist der ideale Standort“, sagte Post der CZ. Gleichzeitig bremste er die Erwartungen: „Wir stehen noch ganz am Anfang.“

Zunächst müsse die Bausubstanz untersucht werden, außerdem fehlten Baupläne für den Komplex. „Wir messen die Räume jetzt selber aus und erstellen einen Plan“, sagt Post. „Dann können wir ausloten, welche Möglichkeiten die Räume bieten.“ Denkbar sei auch, dass Nebengebäude Neubauten weichen.

An dem grundlegenden Konzept habe sich nichts geändert, versicherte Post. Neben einer Wohnanlage mit optionaler Pflege sollen auch auf dem Resthof eine Hobbywerkstatt und ein Bürgerbüro entstehen. Denn bei dem Projekt stehe nicht nur das alters- und bedürfnisgerechte Wohnen der künftigen Bewohner im Vordergrund, sondern auch der Austausch der Menschen. „Für die Kommunikation untereinander wollen wir Räume schaffen“, sagt Post.

Man wolle nun ein „schlüssiges Konzept“ entwickeln, erst dann soll das Projekt „Leben im Alter“ wieder auf der Tagesordnung des Gemeinderates stehen. Der Ausschussvorsitzende und WGH-Ratsherr Jörn Künzle hob hervor, dass das Thema „nach wie vor“ aktuell sei und man auf den demografischen Wandel reagieren müsse. „Wir veraltern in der Gemeinde, das Konzept hat Potenzial“, sagt Künzle.

Der Ratsherr zeigte sich zufrieden, dass nun ein Resthof im Gespräch ist. „Die Lage in der Ortsmitte macht Sinn. Man kann nicht nur in eine Richtung planen, sondern muss flexibel reagieren können“, sagt Künzle angesichts des Rückschlags für den Neubau. Die Kosten für das Projekt müssen noch ermittelt werden. Der Großteil soll mit Fördermitteln gestemmt werden, denn: „Wir können unseren Haushalt nicht 25 Jahre lahmlegen“, so Künzle.

(Cellesche-Zeitung vom 9.11.2017)