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25.02.18

"Nie wieder Coverband"

Kurz vor dem ersten Auftritt entstand der Bandname „17 seconds to nine“. Mit dabei sind (von links, kleine Fotos oben) Thomas Fricke (46), Thorsten Hoffmann (57), Wilfried Baars (59) und Michael Schiewek (35). - (Foto: Rainer Brammer)

Am Ende einer kleinen Wohnstraße in Hohne-Ost treffen sich fast jeden Mittwoch vier Musiker, die zusammen Rockmusik machen. Dass es dabei nicht unbedingt laut zugeht, erfreut vielleicht die Nachbarn, denn die Übungen sind draußen nur sehr leise zu hören. Lautstärke ist Thorsten Hoffmann (Gesang und Keyboard), Thomas Fricke (Gitarre), Michael Schiewek (Drums) und Wilfried Baars (Bassgitarre) nicht wichtig. Informellen, melodiösen Rock spielen sie. Hauptsache selbstgemacht ist dabei die Devise, denn: „Nie wieder Coverband“, das haben sich alle vier bei der Gründung der Band auf die Fahnen geschrieben. Zwei Stunden Rockmusik oder 16 selbst komponierte Songs haben die Musiker derzeit zu bieten. „Springtime“ war 2012 der erste Titel, den die Band spielte. Nicht im klassischen Vier-Viertel-Takt, sondern im wechseln den Tempo und mit langen Instrumentalphasen kommt das Stück daher. Wie viel Arbeit in einem solchen Titel steckt, lässt sich nur ahnen, wenn die vier Männer über ihre Proben sprechen. „Einer hat einen musikalischen Gedanken, spielt ein paar Töne an, die anderen spielen weiter, ohne wirklich Noten vor Augen zu haben“, erzählt Sänger und Keyboarder Thorsten Hoffmann. So entsteht eine erste musikalische Idee. Manchmal wird sie wieder vergessen, meist aber mit dem Aufnahmegerät dokumentiert. Irgendwann wird die kurze Folge wieder entdeckt. Vielleicht kommen dann eine neue Melodie und ein paar improvisierte Noten dazu. Manchmal hat Wilfried

Baars abends, wenn er nach der Arbeit zur Ruhe kommt, eine Idee für einen Text. Dann experimentieren die Musiker damit weiter, bis irgendwann Melodie und Text festgehalten werden. Damit ist das neue Musikstück noch nicht fertig. Immer wieder probieren sie bei ihrem Übungsabenden etwas Neues aus, verändern den Rhythmus. Komponieren und Texten ist bei der Band Teamwork. Erst wenn das Stück für alle Beteiligten perfekt klingt, wird es schriftlich und per Aufnahme dokumentiert und findet Eingang in das Repertoire der Band.

Die Musiker sind Autodidakten. Hoffmann und Baars haben in denn 1980er-Jahren zusammen gespielt, Rock- und Tanzmusik. Dann entstand die Idee, eine Rockband zu gründen. Gitarrist

Thomas Fricke kam dazu. Er hat mit 14 Jahren seine erste E-Gitarre zu Weihnachten bekommen. „Ich habe mir Platten angehört, statt Noten Tabulatoren gekauft und mir so selbst das Spielen beigebracht“, sagt er. Da ein Schlagzeuger fehlte, haben sie Michael Schiewek dazu geholt. Der spielte ursprünglich zwar Gitarre, ist aber gern zum Schlagzeug gewechselt.

Dass es beim den Proben und beim Üben zuhause leise zugeht, liegt daran, dass alle Instrumente, auch das Schlagzeug, elektronisch ihren Klang erzeugen. Snaredrum oder Basstrommel gibt es nicht, statt dessen Elemente, die die Schlagintensität aufnehmen und in entsprechenden Klang umsetzen. Für Schlagzeuger Michael Schiewek ist das ein großer Vorteil, denn seine kleine Tochter wird nicht beim Schlafen gestört, wenn er um 23 Uhr noch auf die Pauke haut.

Irgendwann stand der erste Auftritt der bis dahin namenlosen Band an. Der Zufall spielte bei der Auswahl des Namens eine Rolle. „Beim Üben schauten wir irgendwann auf die Uhr: 17 Sekunden vor 21 Uhr zeigte der stehen gebliebene Zeitmesser. „Dann können wir noch ein bisschen, dachten wir uns und spielten weiter“, erzählt Baars. Dass es spät wurde, haben die Musiker, die sich beim Üben sehr in ihre Musik vertiefen, nicht bemerkt. „17 seconds to nine“ war dann der Name der Band. Der erste Auftritt war im August vergangenen Jahres in Metzingen. Davor wurde intensiv geübt. Schließlich sollten alle Stücke sitzen. Einer der Titel, die die vier Musiker komponierten, trägt den Namen der Band. Und das Lied „Obsession“ gab dem ersten Konzert seinen Namen.

Eine nette Begegnung im Garten Thorsten Hoffmanns sorgte dafür, dass „17 seconds to nine“ die Einladung für den Auftritt in Metzingen erhielt. „Der Chef meiner Frau war bei unserem Gartenfest. Dort spielen wir für Nachbarn und Freunde“, erzählt der Sänger und Gastgeber. Ihm muss die Musik der vier Autodidakten so gut gefallen haben, dass er sie zum Auftritt einlud.

Das Gartenfest mit Konzert der Hohner Band wird es auch in diesem Sommer wieder geben. Bis dahin bleibt den Musikern noch Zeit zum Komponieren. Einige musikalische Entwürfe sind auf dem Computer im Hohner Übungsraum noch gespeichert. Daran feilen die vier Männer, wenn sie unter sich sind. Dann geht es so lange zur Sache, bis alles stimmt. Öffentlich zu hören gibt es ein neues Lied nur, wenn Text und Melodie von allen für gut befunden werden. So lange sind Soloparts oder Tempowechsel möglich.