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7.04.18

Baumfällung nun doch genehmigt - Hohner Gemeinderat richtet nach „Schnellschuss“ der Bürgermeisterin Blick nach vorne

So gut besucht ist eine Sitzung des Hohner Gemeinderates nur selten. Alle Tische im „Anno 1901“ waren am Donnerstagabend besetzt. Verwunderlich ist das nicht, hat doch die Diskussion um elf – ohne Ratsbeschluss und Genehmigung durch den Landkreis – gefällte Bäume am Rohrbruch die Gemüter in den vergangenen Wochen erhitzt. Bürgermeisterin Christa Harms (CDU) hat in der Sitzung erneut um Entschuldigung für ihren „unbedachten Schnellschuss“ gebeten.

„Sachlich war es die richtige Entscheidung, die Bäume zu fällen“, sagte sie. „Rechtlich aber war es ein Fehler. Jetzt bin ich schlauer.“ In geheimer Abstimmung hat der Rat nun mehrheitlich, wenn auch knapp, das Fällen der Bäume nachträglich genehmigt. Zugleich hat das Gremium bei einer Ja-Stimme und einer Enthaltung einen Eilantrag der SPD abgelehnt. Die Sozialdemokraten hatten gefordert, die Erweiterung der an den Rohrbruch angrenzenden Photovoltaikanlage der Firma Klein zu stoppen.

Rückblick: Ende Februar hatte SPD-Fraktionschef Hartmut Hentschel festgestellt, dass an der Straße zehn Eichen und eine Birke gefällt worden waren. Die Bäume seien beseitigt worden, weil sie Schatten auf das geplante Solarfeld nebenan geworfen hätten, hieß es später. Nach Angaben von Bürgermeisterin Harms sei Eile geboten gewesen, weil das Fällen von Bäumen nur bis Ende Februar erlaubt ist – sie gab nach einem Telefonat mit der Firma Klein den Auftrag zur Beseitigung.

Über die Fällaktion sei er immer noch wütend, sagte Hentschel auf CZ-Nachfrage. „Das wird die Kommunalaufsicht so nicht hinnehmen“, ist er sich sicher. Das Abstimmungsergebnis des Rates aber sei so zu erwarten gewesen – zumal Hentschel als einziger Vertreter seiner Fraktion in der Sitzung anwesend war und somit auf verlorenem Posten saß.

Harms hat zwar erleichtert auf das Abstimmungsergebnis reagiert, ist mit der Vorgehensweise aber nicht zufrieden. „Eine offene Abstimmung wäre mir lieber gewesen.“ Die Wählergemeinschaft Hohne (WGH), die eine vorbehaltlose Aufklärung gefordert hatte, hatte durch ihren Fraktionschef Jörn Künzle schon vorab angekündigt, einer nachträglichen Genehmigung der Baumfällaktion nicht zuzustimmen. Trotzdem hatte die WGH eine geheime Abstimmung beantragt.

Wie geht es nun weiter? „Die Entschuldigung der Bürgermeisterin akzeptieren wir“, sagte Künzle. Dagegen sei es unverständlich, dass Unternehmen als Zahler herangezogen würden. Gemeint ist die Firma Klein, die nun wohl für die Finanzierung neuer Bäume aufkommen wird. Wo diese gepflanzt werden, ist noch nicht entschieden.

Harms und WGH, die sich – nicht zum ersten Mal – in der Sitzung teilweise heftig verbal attackiert haben, wollen nun wieder den Blick nach vorne richten. „Wir wollen wieder aufeinander zugehen und gemeinsam für Hohne arbeiten“, sagte Harms. Ein starkes Zeichen haben indes die Hohner Jungschützen gesetzt: In einem Privatwald haben sie symbolisch elf neue Setzlinge gepflanzt.

Christa Harms (CDU), Bürgermeisterin „Rechtlich habe ich einen Fehler gemacht. Jetzt bin ich schlauer.“
Hartmut Hentschel (SPD) Fraktionschef „Die Fällaktion wird die Kommunalaufsicht so nicht hinnehmen.“
Jörn Künzle (WGH) Fraktionschef „Die Entschuldigung der Bürgermeisterin akzeptieren wir.“