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22.06.18

Gewerbegebiet als Gewinn? - Hohner Ratsmehrheit stimmt für Ansiedlung an Hohnhorster Straße / SPD hat Bedenken

Das Wohngebiet "Altes Hohes Feld" in Hohne: Der Gemeinderat hat mehrheitlich beschlossen, dass auf dem Nachbargelände ein Gewerbegebiet entsteht. Foto: Carsten Richter

Bis die ersten Bauarbeiten zu sehen sind, dürfte noch ein Jahr vergehen. Abzuarbeiten ist zunächst eine Menge Bürokratie: Gutachten in Auftrag geben, Genehmigungen einholen, Verträge abschließen. Doch am Ende wird die Gemeinde Hohne, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind, ein neues Gewerbegebiet bekommen. Politisch ist die Entscheidung gefallen: Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montag die Pläne für das Gewerbegebiet auf dem Dea-Gelände östlich der Hohnhorster Straße/Ecke Celler Straße mehrheitlich abgesegnet.

Konkret hatte die Wählergemeinschaft für die Gemeinde Hohne (WGH) den Antrag eingebracht, einen Bebauungsplan aufzustellen. Ansiedeln sollen sich auf dem Gelände kleine und mittlere Unternehmen. „Die Sicherung der Grundversorgung der Bevölkerung und die Förderung der dörflichen Gemeinschaft durch Kleinunternehmen sind eine wesentliche Voraussetzung für die Attraktivität von Dörfern“, berichtet WGH-Fraktionschef Jörn Künzle in dem Antrag. Ziel sei es, ein Gewerbegebiet „in günstiger Lage und mit guter Infrastrukturanbindung“ zu entwickeln.

Sollten sich auf dem etwa 3,9 Hektar großen Gelände, das derzeit eine Grünbrache ist und das die Gemeinde vom Erdölunternehmen Dea zurückkaufen will, dauerhaft Betriebe ansiedeln und der Umwelt- und Lärmschutz garantiert sein, spricht auch Hartmut Hentschel von einem „Gewinn für Hohne“. Doch derzeit haben der SPD-Fraktionschef und seine Parteikollegen im Gemeinderat noch arge Bedenken. „Zunächst sollten wir mit den Bürgern sprechen, die in dem angrenzenden Wohngebiet leben. Sie sind dorthin gezogen, um Ruhe zu haben“, sagt Hentschel auf CZ-Nachfrage. Die Sozialdemokraten haben deshalb gegen die Aufstellung des Bebauungsplans votiert. „Fraglich ist, ob das ganze Gebiet vermarktet werden kann. Noch ist nichts geklärt, wir sollten das Vorhaben nicht übers Knie brechen“, so Hentschel.

Die Mehrheit aber hat anders entschieden. Somit nehmen die Dinge ihren Lauf: „Zunächst werden wir mit dem Landkreis einen Termin vereinbaren, um über die Artenschutz-Anforderungen zu sprechen“, erklärt Gemeindedirektor Jörg Warncke. Das werde etwa ein Jahr dauern, da nicht nur die Zugvögel im Herbst, sondern auch die Brutvögel im Frühjahr berücksichtigt werden müssten. Auch ein Lärmschutzgutachten wird in Auftrag gegeben. Der Kaufvertragsentwurf ist bereits ausgearbeitet, laut Warncke liegt er derzeit bei der Dea zur Prüfung.

„Im Frühjahr 2019 werden wir wissen, was noch abzuarbeiten ist“, so der Verwaltungschef. Mitte nächsten Jahres könnten dann die Bauarbeiten beginnen. Die Kosten für den Bebauungsplan werden auf gut 45.500 Euro geschätzt. Hinzu kommen zirka 7000 Euro für das Umweltgutachten.

(Bericht Cellesche-Zeitung vom 22.06.2018)