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Dornburg / Prödel

Ost-West-Partnerschaft mit Hindernissen

Die Hohner Fußballer (Gelbes Trikot) bei Ihrem Besuch in Dornburg
Die Hohner Fußballer (Gelbes Trikot) bei Ihrem Besuch in Dornburg

Am Anfang war der Wunsch von Diethelm Dreschel vom TuS Hohne-Spechtshorn einen sportlichen Vergleich mit einer ostdeutschen Mannschaft auszutragen. Als alle offiziellen Anträge von den DDR-Sportfunktionären stets abgelehnt wurden besann sich Diethelm auf den Trick mit dem Trojanischen Pferd. „Getarnt“ als landwirtschaftliche Delegation mit dem Wunsch eines sportlichen Vergleichs wurden die Hohner offiziell eingeladen und der LPG „Einigkeit“ Gehrden in Zerbst zugewiesen.

Erhardt Micklisch betreute die „Wessis“ als Sektionsleiter der BSG Traktor Dorburg-Prödel. Die Begegnung fand Anfang der 60er Jahre statt und blieb ein bleibendes Erlebnis. Ein Gegenbesuch war bis zur Maueröffnung 1989 am Starrsinn des totalitären Systems gescheitert. So „schmuggelten“ sich die Hohner Sportler noch drei bis viermal nach Dornburg-Prödel, indem sie sich offiziell als Messebesucher tarnten.

Als sich zwei Hohner, Klaus Schumeier und Wolfgang Dittmann, bei ihren Besuchen so über beide Ohren verliebten, das sie in die DDR übersiedelten, fiel natürlich den DDR-Sicherheitsorganen auf, das Erhardt Micklisch und Diethelm Dreschel regelmäßig Abstecher mit der Hohner Mannschaft nach Dornburg-Prödel machten. Die Abweichungen vom offiziellen Besucherprogramm führten zu Einreiseverboten und der Kontakt beschränkte sich auf private Kontakte.

Mit dem Fall der Mauer fing die Partnerschaft erst richtig an zu blühen. Hohnes Bürgermeister Erhardt Thölke, der in den 60er Jahren selbst zu den Fußballern zählte, organisierte Verwaltungshilfe noch während des Einigungsprozesses. Dornburg-Prödel hatte durch die Unterstützung aus Hohne einen Vorsprung vor den übrigen Gemeinden bei der Entwicklung der Infrastruktur.
„Dornburg 160 Kilometer“, steht seit 1991 auf dem Stein in Hohne, als die Partnerschaft offiziell besiegelt wurde.
Aus Dankbarkeit wurden die Dornburger/Prödler beim Bundespräsidenten vorstellig. Dieser verlieh dann im Jahr 2002 Erhardt Thölke und Diethelm Dreschel die Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens.
Die Bürger beider Orte kamen sich in den 90er Jahren auf Sport-, Weihnachts-, Straßen- und Schützenfesten näher.

Nachruf Diethelm Dreschel

Diethelm Dreschel und Erhard Micklisch
Diethelm Dreschel und Erhard Micklisch
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